Regenbogenflagge vor blauen Himmel

Queere Repräsentation: Hot oder Flop?

Im Juni ist Pride Month. In all seinen bunten Farben strahlt er, und im ganzen Land und der ganzen Welt finden CSD-Paraden statt. Aber warum eigentlich? Warum kann die queere Community nicht einfach still lieben wie hetero Menschen auch? Und warum legt sie so viel Wert auf Repräsentation in Büchern, Filmen und Serien? Ein Gastbeitrag von Raven Knoll.

Geschichte des CSD

Viele denken, der CSD sei nur eine große Feier für queere Menschen. Und von außen wirkt das sicherlich auch oft so, aber der tatsächliche Zweck ist viel tiefer und bedeutsamer.

CSD ist die Abkürzung für Christopher Street Day und war ursprünglich festgelegt auf den 28. Juni. Er erinnert an den allerersten Aufstand queerer Menschen gegen die Unterdrückung und gewalttätigen Razzien der Polizei der queeren Community gegenüber. Benannt ist der CSD nach der New Yorker Christopher Street, in der der Aufstand 1969 stattfand. Insbesondere Dragqueens sowie schwarze und lateinamerikanische Transfrauen protestierten an
diesem schicksalhaften Tag und gelten als Ursprung des heutigen CSD.

Der erste Straßenumzug fand im Folgejahr in New York statt und schlug weltweit Wellen, bis schließlich eine Tradition daraus wurde, jedes Jahr für die Rechte queerer Menschen auf die Straßen zu gehen.

Gay Pride march by Jim Chalgren, June 1973

Warum heute noch?

Auch wenn inzwischen über 50 Jahre seit den ursprünglichen Protesten vergangen sind und sich vieles in Hinsicht auf die Akzeptanz anderer Lebensweisen getan hat, sind wir noch lange nicht am Ziel.

Wusstet ihr zum Beispiel, dass die Ehe für alle nur in 65 der weltweit anerkannten 195 Länder existiert? Und davon liegen bereits über die Hälfte in Europa.
Im Gegensatz dazu sind allein Handlungen im Sinne gleichgeschlechtlicher Liebe in über 40 Ländern nach wie vor illegal und werden in acht davon mit lebenslanger Haft und in neun sogar mit dem Tod bestraft. Dann wiederum gibt es die Länder, in denen – noch deutlicher als in allen anderen – definitiv
Männer bestimmt haben, was legal und was illegal ist. Denn schon immer war lesbische Liebe ein weitverbreiteter Fetisch unter heterosexuellen Männern. Beinahe 20 Länder spiegeln genau das wider, indem dort homosexuelle Handlungen zwischen zwei Frauen legal, zwischen zwei Männern jedoch illegal sind und diese Männer teils sogar mit dem Tod bestraft werden.
Und diese Strafen sind auch keine Überbleibsel einer lang vergangenen Zeit und wurden einfach im Gesetzestext noch nicht überarbeitet. Uganda beispielsweise hat die Todesstrafe erst 2023 frisch eingeführt. Das war vor drei Jahren. Drei. Nicht dreißig, nicht dreihundert. Drei.

Deswegen gehen queere Menschen auf die Straße. Deswegen sind sie laut. Für all diejenigen, die stumm gemacht wurden und es immer noch werden.
Und deswegen setzen wir uns an der Stadtbibliothek Erlangen für angemessene Repräsentation ein. Weil Liebe etwas Schönes ist und um jeden Preis beschützt werden muss. Egal ob zwischen Mann und Frau, Frau und Frau, Mann und Mann oder jeder anderen Person innerhalb und außerhalb des Geschlechterspektrums.

2018 San Francisco Pride

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Über mich

Ich habe lange nach einem Job gesucht, der mich voll erfüllt, bis ich schließlich in der FOS durch ein Praktikum auf den FaMI-Beruf gestoßen bin. Seitdem bin ich nach Neufahrn bei Freising gezogen, habe dort meine Ausbildung begonnen und könnte nicht glücklicher mit meiner Wahl sein, besonders seit ich selbst für die Jugend-Fantasy-Medien verantwortlich bin.

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