Teil eines Ausstellungsplakates mit der Fluchtgeschichte von Danilo

Wo ist Heimat?

Vom 14. März bis 23. April 2024 ist in der Erlanger Stadtbibliothek die Ausstellung „Wo ist Heimat“ zu sehen. Die Ausstellung zeigt illustrierte Geschichten von aus der Ukraine nach Erlangen geflüchteten Kindern und Jugendlichen und „daheim“ gebliebenen. In diesem Gastbeitrag berichtet Christine Frick über das Projekt und die Ausstellung.

2022 wurde das Albert-Schweitzer-Gymnasium – wie so viele andere Schulen auch – für ukrainische Kinder zur schulischen Heimat. Der traurige Hintergrund: Am 24. Februar überfiel Russland die Ukraine und bald darauf machten sich viele Bewohnerinnen des Landes mit ihren Kindern auf die Flucht. So auch Ulyana Shevchenko mit ihrem Sohn Wanja. Ulyana unterrichtete nach ihrer Ankunft in Erlangen die ukrainischen Schüler*innen am ASG. Und sie hörte sich ihre Fluchtgeschichten an. Diese wollten wir festhalten und aufschreiben. Ich bat die ukrainische Zeichnerin Masha Vyshedsky, die Fluchtgeschichten der Kinder zu illustrieren. Masha ließ sich auf das Projekt ein.

Im Dezember 2022 stellten Ulyana Shevchenko und ich unsere Idee Veronika Gelius von der Kulturförderung Erlangen vor, Geschichten nach Erlangen geflüchteter ukrainischer Kinder, die wir gemeinsam am Albert-Schweitzer-Gymnasium unterrichteten, zu sammeln und zu veröffentlichen.

Die jetzige Form der Ausstellung ist Peter Steger vom Büro für Chancengleichheit, Vielfalt / Internationale Beziehungen zu verdanken, der den Wunsch hatte, Geschichten aus Browary, Erlangens jüngster Partnerstadt, miteinzubeziehen. Das führte zur Frage: Wo ist für die Kinder Heimat? Hier in der Fremde? Oder in dem durch Krieg fremd gewordenen Zuhause?

Die illustrierten Fluchtgeschichten der ukrainischen Kinder sind im ersten Obergeschoss der Bibliothek zu sehen.

Impressionen von der Ausstellung

Wo ist Heimat Ausstellungskatalog

Es gibt auch einen Ausstellungskatalog, der für 10 € erworben werden kann. Das Geld geht als Spende in die Ukraine. Dort verbluten die meisten Kriegsopfer einfach. Mit diesem Geld sollen Erstversorgungskits für eine Erste Hilfe gekauft werden.

Ich möchte mich bedanken:

Zuallererst bei den Kindern und Jugendlichen, die ihre Geschichten mit uns teilten:

  • Bei Maxim, Kira, Dima und Anna, die wir am Albert-Schweitzer-Gymnasium unterrichteten,
  • bei Rita, Warja und Sonja, die vor fünf Monaten hierher flüchteten
  • und bei Aljoscha, Ivan, Oleksandra, Danilo und Andrii aus Browary.

Andriis Geschichte wurde traurigerweise in die ukrainische Sammlung „Children of War“ aufgenommen.

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Mein Dank gilt Ulyana und Hans-Martin Dederding, die die Geschichten ins Deutsche und Englische übersetzten und dabei darauf achteten, die Spontanität und ausdrucksstarke Erzählweise beizubehalten, statt die Geschichten in Erwachsenensprache zu übertragen.

Dasselbe gilt für die Zeichnungen der Illustratorin Masha Vyshedsky. Es sind ihre Zeichnungen, die uns die Geschichten nahe bringen. Sie sind direkt, traurig, verstörend und sehr liebevoll.

Alex Miskin zeichnet für die grafische Umsetzung und das Layout verantwortlich.

Ich danke Veronika Gelius und Peter Steger. Beide glaubten an unsere Idee und unterstützten uns. Ebenso die drei Erlanger Rotary Clubs.

Katarina Keck ermöglichte vor zwei Jahren in ihrer Funktion als Schulleiterin des ASG, dass wir die geflüchteten Kinder unbürokratisch unterrichten konnten.

Herr La Salvia und Frau Neumann unterstützen uns hier als Gastgeber in ihrem Haus.

Somit ist „Wo ist Heimat?“ ein Herzensprojekt von uns allen.

Die Geschichten stehen stellvertretend für die Geschichten aller Kinder, die Krieg und Vertreibung ertragen müssen.

Impressionen von der Ausstellungseröffnung

Zur Autorin des Blogbeitrags:

Christine Frick studierte an der Akademie der bildenden Künste Nürnberg und unterrichtet Kunst am Albert-Schweitzer-Gymnasium in Erlangen. Sie leitet die Werkstatt Kinder Kunst Kultur in Forchheim.

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Redaktion

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