Das Fahrzeug der Fahrbibliothek steht am Marktplatz vor dem Palais Stutterheim.

Praktikum in der Stadtbibliothek: eine spannende Reise durch die Abteilungen

Ich nehme euch mit auf meine Reise durch die verschiedenen Abteilungen der Stadtbibliothek aus der Sicht eines “fachfremden” Praktikanten.

Mein Name ist Hannes Kerling. Ich studiere an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg Grundschullehramt. Während meines Studiums soll ein Betriebspraktikum in einem Produktions-, Weiterverarbeitungs-, Handels- oder Dienstleistungsbetrieb absolviert werden, bei dem man die Berufswelt außerhalb der Schule kennenlernt.

Als zukünftiger Lehrer wollte ich mein Praktikum so wählen, dass es einen Bezug zu meinem zukünftigen Beruf aufweist. Schulen arbeiten häufig mit Büchereien beziehungsweise Bibliotheken zusammen. Aus diesem Grund entschied ich mich schnell für eine Bibliothek. Da ich selbst in Erlangen geboren bin, kenne ich selbstverständlich das schöne barocke Gebäude in der Innenstadt. Aus diesem Grund fiel meine Wahl auf die Stadtbibliothek Erlangen, bei der ich zwei Wochen lang die verschiedenen Bereiche kennenlernen durfte.

Die Stadtbibliothek: ein vielfältiger Arbeitsplatz

Zu Beginn meines Praktikums war es mir noch gar nicht bewusst, wie viele verschiedene Abteilungen und Arbeitsplätze es in der Stadtbibliothek gibt. Hier arbeiten insgesamt über 40 Personen, auch schon Stunden vor den offiziellen Öffnungszeiten. Auch am Mittwoch, wenn für das Publikum geschlossen ist, wird hier fleißig gearbeitet.

Die Kinder- und Jugendbibliothek

Meine Reise begann, nach ausführlicher Führung, in der Kinder- und Jungendbibliothek. Diese ist für mich als angehender Grundschullehrer besonders interessant gewesen. Im Erdgeschoss befinden sich Medien für Kinder bis 12 Jahre. Hier gibt es neben Büchern, Mangas, Comics, Hörspiele, Brettspiele und noch vieles mehr. Im ersten Obergeschoss befindet sich die Jugendbibliothek. Auch Gaming vor Ort ist möglich, denn es gibt eine Xbox One und eine Nintendo Switch. Während meiner Zeit hier lernte ich das Aufstellungssystem kennen und half bei der Rücksortierung sowie Präsentation der Medien mit. Ich war an der Theke und mir wurde die Inventarisierung und Katalogisierung neuer Medien gezeigt.

Die Medieneinarbeitung: eine feinmotorische Arbeit

Einblick in die Medieneinarbeitung.

Meine Reise ging in der Medieneinarbeitung weiter. Hier wurde auch am geschlossenen Mittwoch fleißig gearbeitet. In dieser Abteilung werden alle neuen Bücher „foliert“, diese werden also mit Folie eingebunden. Man tut dies, um die Bücher vor Beschädigungen zu schützen. Hier werden auch beschädigte Bücher repariert, indem beispielsweise die Folie oder Signaturschilder erneuert werden Dabei handelt es sich um eine feinmotorische Tätigkeit, die Fingerspitzengefühl erfordert. Auch ich durfte mich ausprobieren und merkte schnell, wie schwierig diese Arbeit ist. Als Leser*in achtet man kaum darauf, dass die Bücher foliert sind. Aus diesem Grund weiß man nicht wie viel Feingefühl und Geduld hinter dieser Arbeit steckt. Ich werde jetzt immer daran denken, wenn ich ein Buch in der Hand halte.

Bereich Social Media und Blog

Buch Social Media für Behörden

Als nächstes stand der Bereich Social Media an. Hier wurde mir der Aufbau der Website der Stadtbibliothek gezeigt und wie die einzelnen Tools auf dieser funktionieren. Auch lernte ich den Blog  kennen und mir wurde erklärt, auf was man bei der Erstellung eines Beitrages achten sollte. Des Weiteren wurden mir noch die verschiedenen Social-Media-Kanäle und deren Konzepte vorgestellt. In der heutigen Zeit ein sehr zentraler Bereich!

Die Fahrbibliothek

Ein besonderes Highlight meines Praktikums war die Fahrbibliothek. Diese fährt die äußeren Stadtteile der Stadt an und versorgt die Einwohner*innen, die nicht in die Innenstadt kommen können. Außerdem werden regelmäßig (circa alle vier Wochen) einzelne Schulen besucht und die einzelnen Klassen können hier Medien ausleihen. Besonders schön ist die harmonische Atmosphäre. Hier kennt man sich persönlich mit Namen und es finden nette Gespräche statt. Das immer freundliche Team versucht allen Wünschen nachzukommen, um so auch die Leser*innen von außerhalb mit den neusten Medien zu versorgen. Ein Besuch der Fahrbibliothek ist also sehr empfehlenswert!

Die Medienrücksortierung

Die Abteilung Medienrücksortierung ist mit dem Ordnen und Säubern der zurückgegebenen Medien beschäftigt. Sie befindet sich direkt hinter den Rückgabeautomaten. Mit Hilfe der Maschine „Wilhelmine“ werden die Medien in Behältern vorsortiert. Ein sehr beeindruckender Anblick. Aus den Behältern werden die Medien anschließend genommen und mit Tüchern gesäubert. Dabei werden sie auch auf Schäden überprüft. Nach diesem Prozess werden diese weiter auf verschiedenen Wägen einsortiert. Mit diesen fährt man die Medien später wieder zu ihrem Platz.

Die Veranstaltungen der Stadtbibliothek

Während meines Praktikums merkte ich schnell, wie viele verschiedene Veranstaltungsangebote es in der Stadtbibliothek gibt. Für alle Altersklassen ist etwas geboten. In meinen zwei Wochen durfte ich an einigen Veranstaltungen teilnehmen. Ich begleitete beispielsweise den Lesekreis „Die Scheune liest“, der sich alle vier Wochen trifft. Des Weiteren besuchte ich die Lesungen „Lesezauber und Märchenmalerei zum Welttag der Muttersprache“ und „Aufgestiegen Abgefahren – Ein Sommer solo auf dem Rad von Faro bis ans Nordkap“. Diese fanden im schönen Bürgersaal und im Innenhof statt. Beim „Vorlesespaß“, der jeden Dienstag stattfindet, durfte ich dann auch einen Teil des Vorlesens übernehmen. Neben diesen Veranstaltungen bietet die Stadtbibliothek auch Recherche-Trainings für Schulen oder Führungen für Kindergartenkinder an. Bei beidem durfte ich dabei sein und spannende Einblicke bekommen.

Fazit meiner kleinen Reise

Während meiner Reise durch die Stadtbibliothek habe ich schnell bemerkt, wie vielfältig die Arbeit hier ist und wie viele Personen hier fleißig und engagiert arbeiten. Ich bedanke mich herzlich beim gesamten Team der Stadtbibliothek für deren Hilfe, Unterstützung und den stets freundlichen Umgang. Vielen Dank!

Hannes Kerling

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