Faszinierend erzählte Mutter-Sohn-Geschichte, die von der sehr intensiven Wahrnehmung der beiden Hauptpersonen aufgrund ihres ADHS lebt.
Der neunjährige Oz hat ADHS und stößt deswegen oft auf Unverständnis seines Umfeldes. Eigentlich will er immer alles richtig machen, aber er eckt mit seiner Art an und fühlt sich schuldig, wenn etwas nicht funktioniert, auch am Zerbrechen der Beziehung seiner Eltern. Einzig seine Mutter Ann versteht ihn. Sie hat selbst ADHS, ist aber auch sehr mit ihren eigenen Problemen beschäftigt. Oz will ihr nicht noch zusätzlich Kummer bereiten.
Das Schuljahr ist fast zu Ende, da gerät er in eine Situation, die ihn zutiefst erschüttert. Mit anderen Schulkameraden schleicht er sich verbotenerweise zu den Schulkaninchen, um diese zu streicheln. Die Kinder verschließen den Käfig nicht richtig, und kurz danach überfährt der Hausmeister eines der Kaninchen, als er den Rasen mäht. Oz kann die Schreie des schwerverletzten in seinem Blut zuckenden Kaninchen nicht ertragen und tötet es. Er geht mit einem Brief von der Schule und ungewisser Zukunft in die Ferien. Seiner Mutter wagt er es nicht zu erzählen. Und als sie sich plötzlich um seine Oma kümmern müssen, die verwirrt vor einer OP aus dem Krankenhaus geflohen ist und dann auch noch eine Naturkatastrophe droht, haben erstmal andere Probleme Priorität.
Abwechselnd aus der Perspektive von Oz und Ann erzählt, spiegelt die Sprache des Romans faszinierend das Innenleben seiner beiden Hauptpersonen.
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Birgit Birnbacher: Sie wollen uns erzählen. – Zsolnay: 2026, 218. Seiten

Claudia
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