Von Annett Gröschner bis Ulrike Draesner, von Saša Stanišić bis Kristine Bilkau: Unsere Empfehlungen machen Lust auf die Autor*innen und ihre Bücher, die zum diesjährigen Poet*innenfest nach Erlangen kommen.
Empfehlungen von Steffi

In Schwebende Lasten erzählt Annett Gröschner die Geschichte einer starken Frau, die sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts ihren Weg im Osten Deutschlands suchen musste. ( So, 31.8., 16:30 | Schlossgarten)
Eva Menasse setzt sich in ihrem Essay Alles und nichts sagen mit der fortschreitenden Digitalisierung auseinander. Ein spannendes Plädoyer sich trotz allseits verfügbarer Informationen an die Grundsätze einer guten Debattenkultur zu erinnern. ( Sa, 30.8., 20:30 | Markgrafentheater)
Der etwas sperrige Titel Wie Grischa mit einer verwegenen Idee beinahe den Weltfrieden auslöste von Jakob Hein beschäftigt sich auf humoristische Weise mit den Unterschieden in Ost- und Westdeutschland. Ein Pageturner, der immer wieder für laute Lacher sorgt. (Sa, 30.8., 16:30 | Schlossgarten)
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Empfehlungen von Susann

In Sehr geehrte Frau Ministerin verknüpft Ursula Krechel Frauenschicksale mit antiken Bezügen, um Macht, Gewalt und Rollenbilder über Epochen hinweg zu beleuchten. (Sa, 30.8., 16:00 | Schlossgarten)
Saša Stanišićs Buch Möchte die Witwe angesprochen werden, platziert sie auf dem Grab die Gießkanne mit dem Ausguss nach vorne versammelt Geschichten über Lebensentscheidungen, verpasste Chancen und den Wunsch, das Leben anders oder probeweise erleben zu können. (Fr, 29.8., 16:00 | Markgrafentheater)
Russische Spezialitäten von Dmitrij Kapitelman ist eine humorvolle Familiengeschichte über Herkunft, Identität und den Ukraine-Krieg. (So, 31.8., 15:00 | Schlossgarten)
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Empfehlungen von Marlene

In Halbinsel von Kristine Bilkau geht es um eine Mutter und eine Tochter, die sich angesichts einer Krise wieder begegnen und annähern. Ich habe diesen Roman verschlungen und freue mich, dass er den Preis der Leipziger Buchmesse gewonnen hat. (Sa, 30.8., 18:30 | Schlossgarten)
Tommie Goerz ist ein gebürtiger Erlanger. Sein neuer Roman Im Schnee spielt im verschneiten Fichtelgebirge. Im Mittelpunkt stehen ein alter Mann, dessen bester Freund gestorben ist – und eine Dorfgemeinschaft, die in ihren traditionellen Riten verharrt. Ein melancholisches, sehr berührendes Buch. (So, 31.8., 17:30 | Schlossgarten)
In Eden erzählt Jan Costin Wagner von einem einst glücklichen Ehepaar, das durch einen Anschlag seine Tochter verliert. Ein eindringlicher Roman über eine Familie und eine Gesellschaft, die immer weiter auseinanderdriften. (Sa, 30.8., 18:00 | Schlossgarten)
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Empfehlung von Adrian

Vor 100 Jahren revolutionierte die Quantenphysik unser Weltbild. Kein Wunder also, dass sich auch viele Autorinnen und Autoren von den modernen naturwissenschaftlichen Theorien inspirieren ließen. Wie zum Beispiel Ulrike Draesner.
Vom vergifteten Erbe der binären Geschlechterordnung und dem Recht auf Diversität handelt Ulrike Draesner zweiter Roman Mitgift (2002).
Das Buch war seiner Zeit weit voraus und liegt nun in einer von der Autorin dem heutigen Sprachgebrauch angepassten Neuauflage vor. Die Figurenkonstellation im Roman erinnert an eines der berühmtesten Gedankenexperimente der Quantenphysik, das unter dem Namen Schrödingers Katze bekannt ist. Kunstvoll verschränkt Ulrike Draesner das romanhafte Erzählen mit Denkfiguren der modernen Naturwissenschaft.
Sie selbst beschreibt es so:
Mein alter Traum ist, zwei Dinge zusammenzubringen, die in der deutschen Literatur auf merkwürdige Weise geschieden sind. Nämlich dieses sogenannte Experimentelle auf der einen Seite, und auf der anderen Seite das, was wir so das traditionelle realistische Erzählen nennen. (Ulrike Draesner)
Ein großer Lust- und auch Erkenntnisgewinn! (Sa, 30.8., 19:00 | Stadtbibliothek)
Das 45. Erlanger Poet*innenfest findet vom 29. bis 30. August 2025 statt.
Wer neugierig geworden ist, kann die Werke nicht nur auf dem Festival entdecken, sondern auch direkt in der Stadtbibliothek im 1. Stock hineinlesen.

Redaktion
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