Vom 12. März bis 5. Mai 2026 ist in der Erlanger Stadtbibliothek eine Ausstellung der Jüdischen Kultusgemeinde Erlangen mit Fotografien von Rabbi Reuven Guberman zu sehen.
Die Ausstellung zeigt Gesichter, Gruppen und Begegnungen in Deutschland, Israel und anderen Ländern. Wie ein roter Faden zieht sich die Frage durch die Ausstellung: Wie lässt sich in einer Welt voller Spannungen das bewahren, was jüdische Identität über Jahrtausende hinweg erhalten hat?
Die Suche nach der Identität ist ein Leitmotiv der Arbeiten von Reuven Guberman. Die russische Vollinvasion in der Ukraine zwang ihn 2022, Russland zu verlassen. Auf verschlungenen Pfaden suchte und fand er den Weg nach Deutschland und – zum Glück für uns – nach Erlangen. 2025 war seine Ausstellung „Nonbinäre Blicke“ im Showroom Nordkurve in Nürnberg zu sehen. Die Ausstellung thematisierte die Polarisierung und Radikalisierung unserer Gesellschaft ebenso wie die Suche nach einem „goldenen Mittelweg“, der – nicht als ein ausschließendes „Entweder-oder“, sondern als ein einschließendes „Sowohl-als-auch“ – über soziale, geschlechtliche, politische und religiöse Grenzen hinweg die Menschen miteinander verbindet.
Die aktuelle Ausstellung mit neuen farbigen und s/w-Fotografien folgt einer ähnlichen Fragestellung. Der Blick des Fotografen fragt nach den humanistischen Werten, die die Menschen – Juden, Christen und Muslime – über die abrahamitischen Religionen hinaus miteinander verbinden. Die Frage scheint mir zentral zu sein für die Zukunft unserer globalisierten Gesellschaft, nämlich: Wie können Menschen ihre (jeweils einzigartige) soziale, geschlechtliche, politische oder religiöse Identität bewahren, ohne andere Menschen abzuwerten, auszugrenzen oder zu diskriminieren?
Die Ausstellung will den/die Betrachter*in nicht belehren. Sie lässt die Antworten offen, aber sie stellt richtige und wichtige Fragen. Die poetischen Bildlegenden eröffnen einen interessanten Dialog zwischen Text und Bild. Erweitert wurde das stille Zwiegespräch durch die Musik von Ferdinand Rocher auf dem Kontrabass.
Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 5. Mai 2026. Dann wird es um 17 Uhr als Finissage im Rahmen der Woche der Meinungsfreiheit noch einmal eine Kuratorenführung von Reuven Guberman geben.
Impressionen der Ausstellung




Impressionen der Vernissage







Adrian La Salvia
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