Anschlag in Hanau, Erinnerung und Protest in Leer, Bilder der Opfer

Der sechste Jahrestag von Hanau: Sechs Bücher über Rassismus

Vor sechs Jahren, am 19.02.2020, fand das rassistisch motivierte Attentat in Hanau statt. Ein Mann ermordete neun Menschen mit Migrationshintergrund. Sechs Jahre später bleibt es wichtig, an Hanau zu erinnern. Deshalb empfehle ich euch wichtige Bücher zum Thema Rassismus.

Das Attentat in Hanau war kein Einzelfall. Es zeigt, wie tief verwurzelt Rassismus in unserer Gesellschaft ist. Von einzelnen Überzeugungen bis hin zu systematischen Fehlern der Behörden. Antirassismus verliert nicht an Bedeutung, sondern wird, besonders in Hinblick auf den Rechtsruck in Deutschland, immer wichtiger. Hier sind einige Büchervorschläge, um den Opfern Hanaus zu gedenken und sich mit dem Thema Rassismus zu beschäftigen.

1. Der Tag, an dem ich sterben sollte

Said Etris Hashemi überlebte schwerverletzt den Anschlag, während sein Bruder ermordet wurde. Er spricht über die emotionalen Folgen und thematisiert die Notwendigkeit von Gedenken und Aufarbeitung. Er beschreibt, wie dieser Tag sein Leben verändert hat. Das Buch ist perfekt für alle, die mehr über den Anschlag erfahren wollen, wissen möchten, wie es überhaupt so weit kommen konnte und weshalb Hanau weiterhin relevant ist.

2. Geboren, aufgewachsen und ermordet in Deutschland

Gökhan Gültekin wurde bei dem Anschlag in Hanau ermordet. Sein Bruder Çetin berichtet in diesem Buch über das Leben seines Bruders und die Hintergründe der Tat. Er teilt Fehler bei den Ermittlungen und dem Umgang mit den Opfern mit.

3. Mama bitte lern Deutsch

Tahsim Durgun erzählt davon, wie er, wie viele andere Kinder von Migrant*innen, bereits früh Verantwortung für seine Eltern übernehmen musste. Gleichzeitig suchte er nach seinem Platz in einem oft ungerechten Land. 

Er macht auf die postmigrantische Lebensrealität und die Hürden von Migrant*innen, die für die deutsche Gesellschaft unsichtbar bleiben, aufmerksam.

4. Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten

Alice Hasters zeigt, dass Rassismus nicht nur in rechten Ansichten steckt, sondern in uns allen. Sich mit dem eigenen Rassismus zu konfrontieren, ist im ersten Moment schmerzhaft, aber der einzige Weg, ihn zu überwinden.

5. Exit racism

Falls ihr nach dem Lesen dieser Bücher Wut über die Ungerechtigkeit spürt, dann seid ihr damit nicht allein. Um gegen das Ohnmachtsgefühl zu kämpfen, empfehle ich das Buch Exit Racism von Tupoka Ogette. Es beleuchtet das Thema Rassismus von all seinen Seiten und zeigt, wie jede Person antirassistisch denken und handeln kann.

6. Rezitativ

Wer es lieber kurz mag, für den*die ist diese Short Story etwas. Toni Morrison zeigt uns durch ihre Kurzgeschichte, wie wir anhand von unterschiedlichsten Attributen Race konstruieren. Das Einzige, was die Lesenden wissen, ist, dass eine Frau weiß und eine Schwarz ist. Durch das Buch hinweg versucht die lesende Person herauszufinden, welche von beiden Schwarz und welche weiß ist.  Dieses Buch ist perfekt für alle, die das gesellschaftliche Konstrukt von Race hinterfragen wollen.

Über mich

Ich, Dina, bin Englisch-Lehramt-Student*in und durfte ein einwöchiges Praktikum in der Stadtbibliothek Erlangen machen. Mir gefiel besonders die Schnittstelle zwischen Literatur und Kultur in der Bibliothek. Die Stadtbibliothek ist ein Ort für den offenen Austausch und ein Raum für gesellschaftlich relevante Themen. Um einen kleinen Teil dazu beizutragen, habe ich diesen Blogbeitrag geschrieben.

Es bleibt relevant über Rassismus zu reden, denn letztendlich ist Hanau kein Einzelfall, sondern 365 Tage im Jahr.

Beitragsbild: JoachimKohler-HB, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

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