Banned Books Ausstellung Jakob Brand

Banned Books: Kulturkampf um Kinder- und Jugendbücher in den USA

Vom 11. Juni bis 14. Juli 2026 ist in der Erlanger Stadtbibliothek die Ausstellung „Banned Books – Kulturkampf um Kinder- und Jugendbücher in den USA“ von Jakob Brandt zu sehen.

Die Ausstellung widmet sich einer Entwicklung in den USA, die seit einigen Jahren deutlich zunimmt: Bücher werden aus Schulbibliotheken entfernt oder in ihrem Zugang eingeschränkt. Betroffen sind dabei häufig Werke, die Themen wie Rassismus, queere Identität, soziale Ungleichheit oder marginalisierte Perspektiven behandeln.

Dabei geht es selten nur um einzelne Titel. Vielmehr steht die Frage im Raum, welche Geschichten in einer Gesellschaft sichtbar sein sollen – und welche nicht.

Ein Beispiel aus der Ausstellung zeigt das sehr deutlich: Die Kinderbuchreihe Captain Underpants – eine vollkommen alberne Reihe voller Furzwitze und Chaos – gehört zu den meistverbotenen Büchern der USA. Begründet wird dies unter anderem damit, dass Kinder darin Autoritäten lächerlich finden könnten.

Besonders betroffen von Buchverboten sind Autor*innen aus marginalisierten Gruppen, deren Geschichten ohnehin lange wenig Raum hatten. Wenn solche Bücher aus Schulbibliotheken verschwinden, verschwinden nicht nur Texte, sondern auch Perspektiven, Identifikationsangebote und Erfahrungen.

Gleichzeitig zeigt die Ausstellung auch Gegenbewegungen. In den USA gibt es die Banned Books Week. Bibliotheken stellen verbotene Bücher bewusst in den Mittelpunkt, es gibt öffentliche Lesungen, und die Brooklyn Public Library ermöglicht Jugendlichen landesweiten digitalen Zugang zu gesperrten Titeln.

Die Ausstellung gibt keine einfachen Antworten. Sie lädt dazu ein, über die Rolle von Literatur in einer demokratischen Gesellschaft nachzudenken. Wie viel Widerspruch hält eine Demokratie aus? Müssen Bücher angenehm sein? Und wer entscheidet eigentlich, welche Geschichten Kinder kennenlernen dürfen?

Wer das Thema vertiefen möchte, dem sei der Dokumentarfilm The Librarians empfohlen. Er ist über filmfriend, das Streamingportal vieler öffentlicher Bibliotheken, mit einem Ausweis der Stadtbibliothek kostenlos verfügbar.

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