Ausstellung Frauen im geteilten Deutschland von der Bundesstiftung Aufarbeitung der SED-Diktatur von Clara Marz in Stadtbibliothek Erlangen

Ausstellung: Frauen im geteilten Deutschland

Zum 35. Jubiläum der Wiedervereinigung und im Rahmen der Städtepartnerschaft mit Jena zeigt die Stadtbibliothek Erlangen vom 18. September bis 14. Oktober 2025 die Ausstellung „Frauen im geteilten Deutschland“ der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Mehr als drei Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung ist die deutsche Teilung Geschichte – und doch prägen bis heute zahlreiche Klischees die Vorstellungen von Frauen aus Ost- und Westdeutschland. „Die Westfrau“ als Heimchen am Herd oder knallharte Karrierefrau, „die Ostfrau“ als taffe Arbeiterin im Bergbau oder vermeintliche Rabenmutter, weil sie ihre Kinder in die Krippe gibt. Mal gilt sie als Gewinnerin, mal als Verliererin der Einheit. Und während „die Westfrau“ gendert, scheint „die Ostfrau“ damit nichts anfangen zu können.

Die Zuschreibungen sind widersprüchlich, oft grotesk – und doch eint sie eine Annahme: Man wisse ganz genau, wie die eine oder die andere „tickt“. Aber woher kommen diese Bilder? Und was ist wirklich dran?

Ein Blick zurück – und nach vorn

Antworten darauf bietet die Ausstellung „Frauen im geteilten Deutschland“, die von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur herausgegeben und von Clara Marz kuratiert wurde.

Auf 20 Plakaten beleuchtet die Schau die Lebensrealitäten von Frauen in der Bundesrepublik und in der DDR der 1970er- und 1980er-Jahre. Dabei geht es nicht nur um Unterschiede, sondern auch um erstaunliche Gemeinsamkeiten im Alltag, im Berufsleben und in den Rollenbildern.

Sichtbar machen, was verbindet und unterscheidet

Die Ausstellung verfolgt das Ziel, die Vielstimmigkeit weiblicher Erfahrungen im geteilten Deutschland sichtbar zu machen. Sie zeigt, wie Frauen mit unterschiedlichen politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen umgingen – und fragt zugleich, ob es trotz allem ein gemeinsames Streben nach Selbstbestimmung in einem männlich geprägten System gab.

Damit öffnet die Schau einen wichtigen Raum für Reflexion: über die Vergangenheit, über tradierte Bilder und über die Frage, wie sie bis heute unser Verständnis von Frauenleben in Deutschland prägen.

Großes Interesse

Zahlreiche Besucher*innen kamen zur Vernissage am 18. September 2025 in die Stadtbibliothek. Nach einem Grußwort des Oberbürgermeister Dr. Florian Janik führte die Kuratorin der Ausstellung Clara Marz eindrücklich in das Leben von Frauen in Ost und West ein und schlug dabei die Brücke von der Vergangenheit in die Gegenwart.

Das Büro für Chancengleichheit und Vielfalt / Internationale Beziehungen hat die Ausstellung nach Erlangen geholt. Herzlichen Dank dafür!

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